In meinem letzten Beitrag habe ich versprochen, dass ich etwas mehr über die Probleme schreibe, die man beim Live-Online Sprachunterricht lösen muss.
So ein Problem ist die fehlende Metakommunikation. Bei meinen „echten“ Kursen arbeite ich mit sehr viel Gestik und Mimik, das hilft den Lernern beim Verstehen der Wörter oder Ausdrücke. Live-Online fällt diese Möglichkeit einfach weg. Deshalb bin ich grundsätzlich davon ausgegangen, dass es unmöglich ist, Anfänger, deren Muttersprache ich nicht kenne, bzw. mit denen ich keine gemeinsame „Brückensprache“ habe, live-online zu unterrichten.
Im SL habe ich aber gesehen, dass das nicht der Fall ist. Man kann sehr wohl Anfänger unterrichten, auch wenn man ihre Muttersprache nicht kennt. Langsam schon seit einem Jahr biete ich bei der VHS Goslar im SL meine DaF-Einführungskurse an, und die Avatare lernen, was sie lernen müssen/wollen. Sie kommen aus den USA, aus Costa Rica, aus Brasilien, aus der französischen Schweiz, aus Kanada usw. Ich spreche weder Spanisch, noch Englisch – trotzdem kann ich mich mit ihnen verständigen, und das liegt an der Umgebung.
Im SL funktioniert nämlich sehr gut die Simulation. Man kann echte Lebenssituationen simulieren, Gegenstände zeigen und zwar etwas beschränkt, aber es steht einem auch ein wenig Metakommunikation zur Verfügung.